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Mahnwache vor Urananreicherungsanlage in Gronau

Der tödliche Bodenschatz

Der Uranatlas wurde am 12. September 2019 im taz-Café in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Über Uranabbau und seine Folgen diskutierten Tadzio Müller, Vorstand der Rosa Luxemburg Stiftung, Juliane Dickel, atompolitische Sprecherin des BUND, Makoma Lekalakala, Anti-Uran-Aktivistin von Earthlife Africa, und Alex Rosen, Vorstand von IPPNW Deutschland. Futurzwei-Chefredakteurin Hanna Gersmann moderierte.

Nachdem Projektleiter Horst Hamm den Uranatlas vorgestellt hat, unterstrich Makoma Lekalakala, Anti-Uran-Aktivistin von Earthlife Africa, warum es den Atlas überhaupt braucht. Johannesburg sei die radioaktivste Stadt der Welt, referierte sie, weil überall in der Stadt die Reste des Uranabbaus zu finden sind und auf unbestimmbare Zeit strahlen.

Was das bedeutet, wurde von Alex Rosen, Kinderarzt an der Berliner Charité, bestätigt: Ein ganz normaler Uranarbeiter darf heutzutage einer Strahlendosis von 20 Millisievert im Jahr ausgesetzt werden. Das ist so viel als würde sein Brustkorb bis zu 2000 mal im Jahr geröntgt.

Atomkraft hilft jedoch weder gegen den Klimawandel, noch bringt es die ungelöste Endlagerfrage voran. Es gebe nur einen einzigen Grund, weshalb viele Staaten noch immer an Atomkraft festhalten – das ist das Ziel, die Atombombe zu bauen bzw. sich diese Option offen zu halten. Wirtschaftlich sei Atomstrom schon lange nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber Erneuerbaren Energien. Das arbeitete die Moderatorin mit ihren Gesprächspartnern heraus. Nachzulesen im Uranatlas.