Taiwan: Volksabstimmung über Wiedereinstieg in Atomkraft scheitert
Nach fast 50 Jahren Atomkraftnutzung ist im Mai 2025 der letzte Atomreaktor in Taiwan abgeschaltet worden. Der Inselstaat, der häufig von Erdbeben heimgesucht wird und bislang keine Idee hat, wie er seinen Atommüll langfristig sicher verwahren kann, hat damit die Konsequenzen aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima gezogen.
Ein Referendum zur Wiederinbetriebnahme von Ma'anshan 2 ist an der erforderlichen Anzahl der Stimmen gescheitert. 20 Millionen Menschen sind in Taiwan wahlberechtigt. Zwar sprachen sich nach einem Bericht der Tageszeitung taz fast drei Viertel der Wähler*innen für die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomkraftwerks aus, doch nicht einmal ein Drittel der Wahlberechtigten stimmten ab. "Das Pro-Atom-Lager verfehlte somit das für alle Volksabstimmungen vorgeschriebene Zustimmungsquorum um gut 600.000 Stimmen", so die taz.
Trotz Atomausstieg bleibt dem Inselstaat ein großes Problem: Atomkraft hatte im Jahr 2024 zwar nur einen Anteil von rund 5 % an der Stromversorgung des Landes, aber die Erneuerbaren hinken weit hinter den Möglichkeiten hinterher. Nach Angaben des staatlichen Energieversorgers Taiwan Power Company lieferten Gas und Kohle 2024 jeweils etwas mehr als 40 % Prozent des Stroms, die Erneuerbaren aber auch nur rund 12 %. Bis ins Jahr 2030 soll der Anteil von Sonne, Wind, Wasser, Geothermie und Biomasse bei der Stromerzeugung auf rund 30 % erhöht werden. Damit bleibt das Land aber noch für längere Zeit abhängig Import fossiler Energien auf dem Seeweg.